

Die von Michael Krupp in scheinbar unschuldigem Weiß geformte Reichskrone, die er an einem unmajestätischen Ort, nämlich in einer Laube, platziert, thematisiert sich hier selbst und den Kontext, in dem sie gezeigt wird. Vor der Laube sprießen aus einem Beet weiße Chrysanthemen aus Silkon: Sie gelten als Blumen des Reichtums (chrysos = gold ) und dienen hierzulande auch als Beerdigungsschmuck: Krupps Beigabe für den einst prächtig blühenden, nunmehr todgeweihten Garten.
Der Weg in die reine Abstraktion wird in der Kunstrezension als eine notwendige Entwicklung innerhalb allgemeiner Tendenzen der Klassischen Moderne angesehen. So wird die Abstrakte Malerei als eine Konsequenz des Neoimpressionismus, Fauvismus, Expressionismus und Kubismus aufgefasst. Die Anfänge rein abstrakter Malerei liegen in der Zeit nach 1910. Zu den maßgeblichen Begründern werden Wassily Kandinsky (1866–1944) und Robert Delaunay (1885–1941) gezählt. Eines der radikalsten und kontroversesten Werke der Abstrakten Malerei ist das berühmte Schwarze Quadrat von Kasimir Malewitsch, das im Jahr 1915 erstmals ausgestellt wurde. In der Entstehungszeit der Abstrakten Malerei gab es keine bestimmte Gruppierung von Künstlern, die sich allein dieser neuen Richtung in der Malerei verschrieben hatte. Die nicht gegenstandsbezogen arbeitenden Maler gehörten verschiedenen, mehr oder weniger unabhängig wirkenden Strömungen an.
Die neue malerische Sichtweise verbreitete sich nach 1910 rasch in Europa. Im Jahr 1913 kann man bereits von einer "Mode" sprechen. Heute ist die Abstrakte Malerei integraler Bestandteil der Kunst der Moderne.
Zeitgenössische Kunst Aachen und Moderne Kunst, Malerei, Art, Kultur Aachen, die Kunstwerke und Gegenwartsmalerei des Aachener Künstlers Michael Krupp setzten eine Assoziationsmachinerie in Gang. Wir sehen Acrylmalerei, Papierarbeiten und Arbeiten mit Wachs und Silicon, Abstrakte Malerei. Michael Krupp malt die Reichskrone, die Karl der Grosse nie getragen hat. Albrecht Dürer hat Karl den Großen mit der Reichskrone gemalt. Eine Geschichtsklitterung, denn die Reichskrone zierte erst später königliche Häupter. Die Wahrheit über den viel besungenen Roland im Rolandslied, den Palladin des Kaisers, dürfte ebenso ernüchternd sein. in der Galerie Von der Milwe die Ausstellung Roland, bereits in der Ausstellung auf Schloß Burgau während der Kulturtage in Düren und in der Kunsthalle Deutz sowie im Kunstverein Heinsberg 1998 Sommer Sammeln Einblicke, Michael Krupp Künstlerbuch "Dantes Visionen" 1991 ist in der Galerie als Unikat bei Galerie Michael Schneider. 2001 präsentiert die Galerie die Acrylmalerei "Sinai" "Wales" und "Brokat" ist in der Ausstellung "Screens".
Die Arbeit "und leise rieselt der Schnee" von 1997 zeigt Galerie Michael Schneider,
In der Ausstellung "A light snow" des Aachener Künstlers Michael Krupp sind 1997 in Bonn in der Galerie Michael Schneider, Zeitgenössiche Kunst, die abstrakte Arbeit "Der Spiegel der Venus", Wachs auf Kristallspiegel, sowie die Acrylmalerei "Nymphéas Fragment" ebenso zu sehen, wie großformatige Papierarbeiten. In "Blick zurück nach vorn" zeigt Galerie Michael Schneider mehrteilige Wachsarbeiten des in Aachen lebenden Malers Michael Krupp.
Großformatige Papierarbeiten des Aachener Künstlers Michael Krupp sind im Kunstverein Neustadt zu sehen. Professor Manfred Schneckenburger im Katalog "Roland" zu der Ausstellung Temporäre Kleingarten in Aachen über Chrysanthemen und Reichskrone des Aachener Künstlers Michael Krupp. Der Aachener Künstlers Michael Krupp ist auch bei der ART KOBE Exhibition of contemporary art from Germany and Italy mit einer großen mehrteiligen Arbeit vertreten.
Vortrag in der Rheinische Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn und anschließende Diskussion auch Gegenwartsmalerei und zeitgenössische Kunst in Hannover./p>
Katalogtext
Wenn der Betrachter im zwielichtigen Raum der Bildoberfläche, zwischen Grenze ( der Oberfläche ) und Grenzenlosigkeit ( der unzugänglichen Tiefe ), zunächst seinen Augen nicht traut ,
wenn der Blick zwischen den Ebenen des Realen und Fiktionalen oszilliert,
wenn der Blick aufs Ganze auf die kostbaren anziehenden Oberflächen wechselt und navigierend Vergnügen findet im Aufspüren von Einzelheiten,
gesicherte Spuren zu Assoziationen werden und zu ganzen Welten hinter dem Horizont sich aufbauen,
erreichen die Arbeiten von Michael Krupp die Wirkung von absoluter Präsenz, Simultaneität und Sinnlichkeit.
Von jeder neuen Perspektive aus finden sich neue Wahrheiten.
Aber lassen sie sich zu einem konsistenten Weltbild zusammenfassen./p>
Katalogtext Miriam Wierschowsky, Direktorin Deutsches Glasmalerei Museum, Linnich
Neben Leinwand und Papier gehören auch Glas-, Spiegel- oder Metallplatten zu den Bildträgern des der Malereitradition verpflichteten Künstlers Michael Krupp. Entsprechend der klassischen Leinwand ersetzt oder ergänzt er die Farben wahlweise durch Wachs, Fugenacryl oder durch Metallfolie, die gefaltet wird. Seine ungegenständlichen Arbeiten sind vielschichtig gearbeitet, ohne ihren eigentlichen Produktionsprozess oder gar die Künstlerhandschrift preiszugeben. Die auf "Objektivität" angelegten Darstellungen erscheinen wie Ausschnitte und Momentaufnahmen von Landschaften im Schneegestöber oder Nebel, wie Naturstücke aus Eisblumen oder wie reflektierende Wasseroberflächen, hinter denen sich unendliche Tiefe verbirgt. Krupps stimmungsvolle und zugleich rätselhafte Gemälde wirken wie eine Projektionsfläche für die individuelle Seelenlandschaft, Kennzeichen der romantischen Landschaftsmalerei seit C.D. Friedrich. /p>
Bonner Rundschau, 7 März 2001 Bonner Kultur
"Die Welten im Kopf" von Jutta Voorhoeve
Die Arbeiten von Michael Krupp thematisieren nicht nur die Rezeption und die Form des Sehen, sondern er lässt " aus minimal Abbildhaften im Kopf ganze Welten " hinter den Bildern entstehen./p>
Bonner Rundschau, 7 März 2001, Seite: Bonner Kultur
"Die Welten im Kopf" von Jutta Voorhoeve (Auszug)
Bonn. "Screens" heißt die von der Galerie Michael Schneider gezeigte Gemeinschaftsausstellung von Karin Eberlein und Michael Krupp. Wobei die Kooperative eine Idee des Galeristen war, der in der Kontrastierung der beiden, oberflächlich harmonierenden Positionen einen klug gewählten Spannungsbogen aufgetan hat.
"Screens" als leitende Metapher der Ausstellung trifft beide Positionen auf je eigene Weise.
Entgegen der landläufigen Ansicht, Screen meine ausschließlich Bildschirm ist im englichen Bedeutungshorizont des Begriffs auch Schleier, Leinwand, Raster mit beinhaltet.
Während Eberleins Bilder den Betrachter ins Bildinnere ziehen, entziehen sich Krupps Bilder durch die Glätte der Oberfläche. Seine Werke inszenieren sich bewusst als Bild. In der perfekt gleichmäßig aufgetragenen Acrylfarbe ist, jeder Malprozess getilgt. Fast zeitenthoben leiten sie mit den Titeln die Phantasie des Betrachters. Aus minimal Abbildhaften entstehen im Kopf ganze Welten.
"Sinai" heißt eine der Arbeiten. Die quadratische Leinwand ist goldgelackt, vier weiße quer und versetzt zueinander verlaufende Pinselstriche lagern auf ihr. Wer würde hier nicht weit entfernte sonnendurchflutete Wüstenlandschaften assoziieren. Auch "Brokat" besitzt ein solchermaßen erzählerisches Moment. Die schwarze monochrome Leinwand mit den waagerechten goldenen Linien kommt erst einmal vollkommen abstrakt daher.
Wäre da nicht der Titel und sofort schwerer Stoff, alte Räume und ein Hauch von Luxus im Sinn. Bewusst arrangiert Krupp die Klaviatur der Assoziationen. Er liefert nur noch Substarte an Ablesbarkeit, die vielleicht genau deswegen so gut funktionieren./p>
Bonner General-Anzeiger, 17/18. Februar 2001
Autorin Christina zu Mecklenburg, Seite 23 Feuilleton (Auszug)
Galerie Schneider. Wer hinter dem Titel "screens" eine Ausstellung mit Videostreifen oder bildschirmgerechten Arbeiten vermutet, der irrt. Dennoch: die bei Michael Schneider ablaufende Bilderschau offenbart den Deutungsspielraum eines gängigen Begriffs, der frielich bedingt Verwendung finden kann in den Arbeiten von Karin Eberlein und Michael Krupp.
Anlässlich seiner Papiercollagen (Beiträge zur Stadtkunst 1999) verwies Michael Krupp auf seine "beinahe gelöschten Malvorgänge" die nun in abgewandelter Form in eher kleinformatigen Arbeiten auf leinwand auftauchen. "Screen" im Sinne von verhüllen, macht er geltend in verschleierten, gedämpften Farbkulissen, sich überlagernden Farbzonen./p>
Bonner Generalanzeiger, 26.Februar 1997
Nina Schugt (Auszug)
"Herrn Krupps Gespür für Schnee" Ausstellung "A Light Snow" bei Michael Schneider,
Wie würden Sie Schnee beschreiben? Schnee ist weiß, manchmal grau oder klar, wenn er schmilzt. Schnee ist kristallin, flüssig - ein Stoff also, der sich immer wieder verändert und sich eindeutigen Festlegungen entzieht. Der Aachener Künstler Michael Krupp hat seine Ausstellung bei Michael Schneider "A Light Snow" genannt - und tatsächlich kommt der diffuse optische Eindruck von Schnee der Wirkung seiner Enkaustik-Arbeiten nahe.
Spiegel und Glasplatten werden mit einer dünnen Schicht Wachs und meist weißem Pigment überzogen. Hinter dem diaphanen "milchigen" Glas liegen monochrome dunkle Monotypien, macnchmal Malerei. Doch diese räumliche Ebene "dahinter" entzieht sich dem Betrachter. Verdeckt von Wachs und Pigment auf Glas lässt sie sich nur erahnen. Dadurch bewahren sich alle Arbeiten eine gewisse Ambivalenz – sie verändern sich je nach Licht, Standort und Betrachter.
Diese Mehrdeutigkeit zeichnet die Malerei des 1954 geborenen Michael Krupp ebenso aus wie das versierte Experiment mit den materiellen Gegensätzen: Das diapohane Weiß steht den dunklen Monotypien gegenüber, das harte glänzende Glas dem rauen Papier. Unterstützt werden die Materialkontraste durch die Mehrteiligkeit vieler Arbeiten, die klare Gegenüberstellungen erlaubt: so wird beispielsweise dem harten Reflex eines enkaustisch bearbeiteten Spiegelstücks im gleichen Format ein collagiertes Papierstück von warmer braun-roter Farbigkeit entgegengesetzt.
Durch die Verwendung von bedrucktem Papier und industriell produzierten Materialien (wie Glas oder Spiegel), durch Techniken wie Collagen und Montage, bei denen die "Handschrift" des Künstlers in den Hintergrund tritt, nähert sich die Malerei von Michael Krupp dem Objekt. Ohne jede Effekthascherei speist sich die Wirkung der überwiegend kleinformatigen Arbeiten in erster Linie aus den Eigenschaften der verwendeten Materialien in betont provisorischer, direkter Form (Papiere sind zum Teil direkt auf die Wand geheftet) setzt die Malerei von Michael Krupp den Betrachter ganz unterschiedlichen haptischen und optischen Impulsen aus. Neugierde wird provoziert und doch durch das Bild nie letztendlich und eindeutig beantwortet – so dass die Spannung stets erhalten bleibt.
Zeitgenössische Kunst Michael Schneider, Hohenzollernstrasse 22, bis 8. März./p>
Professor Manfred Schneckenburger im Katalog "Roland" (Auszug)
Michael Krupp holte kein Blau des Himmels, wörtlich, auf die Erde, sondern den Abglanz weißsilbrig schimmernder Chrysanthemen, den er, beetartig, vor der Laube seiner Wahl zu unseren Füßen ausbreitete. Die Beerdigungsblumen assoziieren Trauer und machten gleichzeitig ehemals blühende Garten präsent. Sie blühen in subtilen Valeurs, wie Eisblumen, die sich der Berührung entziehen. In der Laube führte eine objekthafte Reichskrone ähnliche Materialeffekte von Kostbarkeit vor und schlug, über Karl den Großen, die Brücke zum gefallenen Palladin Roland, dessen Name die Kleingartenanlage trug.